Diesen Sommer folgen wir dem „Coolcation“-Trend und es zieht uns Richtung Norden: Eine Reise nach Schweden mit Freunden steht an, bewusst als entspannte Tour mit mehreren Stopps geplant, statt als Nonstop-Fahrt.
Der Weg führt uns zuerst für ein paar Tage an die Nordsee nach St. Peter-Ording, mit einem Zwischenstopp in Göttingen, um die Anreise aufzuteilen. Anschließend geht es weiter nach Kopenhagen, bevor Schweden den Abschluss der Reise bildet.
Bereit? Los geht’s!

St. Peter Ording
Die Zeichen für die Nordsee standen anfangs eher schlecht: Laut Wettervorhersage war für unseren Aufenthalt Dauerregen und 20 Grad Temperaturabfall angesagt. Coolcation in allen Ehren, aber ich dachte dabei eher an eine Abkühlung und nicht an die Eiszeit.
Doch der Wettergott meinte es gut mit uns uns hat kurz vor der Anreise nochmal die Wolken aufreißen lassen, sodass wir von strahlend blauem Himmel und Sonnenschein begrüßt wurden.

Untergekommen sind wir in der Bude54 im Ortsteil Bad mit zentraler Lage und Nähe zum Strand. Die Zimmer sind neu renoviert und sehr geschmackvoll eingerichtet und das Frühstücksbüffet mit regionalen Spezialitäten ist sehr empfehlenswert.

Hier im Ort haben wir uns für das Wochenende dann E-Bikes mit Anhänger ausgeliehen und die Gegend auf zwei Rädern erkundet. Lastenräder gibt es dort auch, doch dafür waren wir zu spät dran.

Westerhever Leuchtturm
Ein empfehlenswerter Ausflug geht zum Westerhever Leuchtturm. Die insgesamt knapp 35km lange Strecke führt sehr idyllisch an der Küste entlang und der Weg ist gepflastert mit Herden der typischen Salzwiesen- und Deichschafe (und deren Hinterlassenschaften).

Den Leuchtturm kann man kostenfrei besteigen und neben einem kleinen Inforaum, der von motivieren Bufdis betrieben wird, gibt es hier eine Toilette, die man nach der langen Fahrt vielleicht herbeisehnt.

Auf dem Rückweg kehrt man am besten bei dii:ke ein. Großer Vorteil: Kinder unter 4 Jahren essen hier bestimmte Gerichte kostenfrei und die Speisekarte reicht von Burgern über Bowls bis Waffeln und Eis.

St. Peter Ording bietet so unglaublich viele Möglichkeiten für Kinder, dass wir im Nachhinein hier gerne noch etwas mehr Zeit verbracht hätten- eine Woche kann man hier locker Urlaub machen.
Daher hier nur eine kleine Auswahl mit dem Versprechen, auf jeden Fall noch einmal wiederzukommen.
Salt&Silver am Meer

Einen Foodstop, den man in SPO unbedingt einlegen sollte, ist das Salt&Silver am Meer, das direkt am Wasser liegt und komplett auf Stelzen gebaut ist.

Hier bestellt man am besten eine Auswahl an den leckersten Vorspeisen und danach den frischesten Fisch, während man den grandiosen Ausblick genießt. Beste Voraussetzungen, um den Hochzeitstag gebührend zu feiern. Am besten vorher reservieren!

Day at the beach
Dank des hervorragenden Wetters hätten wir jeden Tag am Strand verbringen können. Man kann sich dafür Strandkörbe mieten, was man an sonnigen Wochenenden auf jeden Fall frühzeitig reservieren sollte. Dann steht einen Tag am Wasser nichts mehr im Wege: Und wer möchte, springt ab und an noch in die, mit 18 grad sehr erfrischende, Nordsee. Uns hat schon das „Wassereimer für die Sandburg nachfüllen“ gereicht.

Während unseres Urlaubs fand gerade die deutsche Meisterschaft im Beachsoccer statt, bei der wir auch das ein oder andere Match verfolgten, wenn sich nicht gerade im Sand gewälzt wurde.

Erlebnispfad mit Spielhaus

Direkt am Deich entlang gibt es einen Erlebnispfad für Kinder mit den „Big Five“ des Wattenmeeres. Jedes Tier ist der Schwerpunkt eines Spielbereichs und alles ist super ansprechend gestaltet. Man kann sich auch kleine Kinderautos mieten und damit den Pfad entlangfahren (15€ pro Stunde für Kinder ab 3 Jahren).

Am Ende des Weges steht dann das Erlebnis-Hus, das mit SPO-Gästekarte nichts kostet und in dem man malen, basteln, spielen, bauen, klettern, toben- also einfach Kind sein kann.

Ein Fischbröök, bitte!
An der Nordsee gibt es an jeder Ecke leckere Fischbrötchen und die besten gibt es in Manuelas Fischladen direkt im Zentrum von Bad. Gerne hätten wir uns damit auch für die Weiterfahrt nach Kopenhagen eingedeckt, doch dienstags und mittwochs ist leider Ruhetag. Ich sag ja: wir müssen nochmal wiederkommen!

Was in St. Peter Ording (nicht nur auf Sylt) auch dazu gehört, ist ein Besuch bei Gosch. Hier gibt es was für die Erwachsenen (lecker Wein, vor allem der Rosé) auch was fürs Kind („Mein Bauch sagt, dass er heute wieder gerne Pommes haben möchte!“) und frischen Fisch. Außerdem eine schöne Lage mit toller Aussicht über die Dünen.

An einem Tag war es dann endlich auch mal richtig windig, wie man es sich vorstellt, wenn man an die Nordsee denkt. Perfekt, um den lang ersehnten Drachen steigen zu lassen!

Nach fünf Tagen an der Nordsee heißt es nun wieder: Koffer packen und ab zum nächsten Stopp!

Kopenhagen
Hierher hat uns vor drei Jahren unsere erste Flugreise mit Kind (bzw. damals noch winzig kleinem Baby) geführt und es ist sehr schön, wieder „zurück“zukommen.

Unser AirBnB liegt im Stadtteil Teglholmen im Süden direkt am Wasser mit sehr guter Anbindung an alle öffentlichen Verkehrsmittel. Die Unterkunft bei unserem ersten Aufenthalt in Kopenhagen hat mir allerdings etwas besser gefallen und würde ich daher eher nochmal buchen.

Erste Amtshandlung, wenn man sich in der Stadt fortbewegen will: die App „rejsekort“ downloaden, mit der man sich beim Einstieg eincheckt und dann der günstigste Tarif automatisch berechnet wird. Gilt für Wassertaxi, Bus, Bahn- also alle öffentlichen Verkehrsmittel.
Copenhagen by boat – Islands Brygge

Eine Idee bei schönem Wetter ist eine Bootsfahrt auf dem Wasser. Bei Goboat kann man sich Motorboote ausleihen und damit nach kurzer Einweisung Kopenhagen auf dem Wasser erkunden.
Im Stadtteil Islands Brygge wohnen außerdem unsere Freunde und dort gibt es einen kleinen, schön angelegten Strand, an dem man laue Sommerabende prima ausklingen lassen kann.

Bei unserem ersten Besuch haben wir die touristischen Highlights wie Nyhavn bereits abgeklappert, weshalb wir uns dieses Mal einfach treiben lassen konnten. Nimmt man beispielsweise in Nyhavn die Brücke auf die andere Seite des Flusses, kommt man bei Broens Streetfood an, was ein wenig an Reffen erinnert. Es gibt hier mehrere Foodtrucks, bei denen man sich etwas zu essen und trinken holen und sich vom Sightseeing etwas erholen kann.

Außerdem liegen auf dieser Seite des Flusses die Läden der dänischen Designklassiker wie Bolia, Ferm Living oder Louis Poulsen. Wie gut, dass wir dieses Mal mit dem Auto mit gaaaaanz viel Platz für die Shoppingausbeute angereist sind.

Copenhagen Zoo
Ein schönes, wenn auch verhältnismäßig teures, Vergnügen ist ein Besuch im Zoo. Allein der Eintritt für drei Personen hat knapp unter 100€ gekostet, aber das Gelände ist wirklich weitläufig, sodass man hier viele Stunden verbringen kann, ohne dass es langweilig wird.

Eine Besonderheit ist der Leopardentrail, der quer durch den Zoo verläuft und bei dem man mit etwas Glück den vorbeilaufenden Leoparden hautnah erleben kann, oder auch das Restaurant, in dem man neben Pandas essen kann.


Food highlights
Natürlich waren wir auch dieses Mal die leckersten Smørrebröd essen und zwar im Aamanns 1921. Unbedingt vorher reservieren und dann am besten einfach die Karte hoch und runterbestellen- es schmeckt alles hervorragend!

Wer gerne mit Aussicht isst, sollte das Sushirestaurant im Tivolihotel, Sticks‘n‘Sushi, besuchen. Hier bestellt man eines der Signatur-Sets und schaukelt am Ende noch an der Bar.

Nicht direkt Essen, aber dennoch einen Besuch wert: die älteste skandinavische Teestube, A.C. Perch’s Tehandel. Dank einer lieben Freundin wurden wir auf diese Tees aufmerksam und haben nun endlich die Möglichkeit, uns selbst damit einzudecken und nicht immer ihre Vorräte leerzutrinken. Hier gibt es besonderen Tee und auf Wunsch des Mannes wurden auch gleich mehrere Packungen des legendären Weihnachtstees mitgenommen. Was man halt so macht im Hochsommer.

Apropos Sommer: diesen sollten wir bald verlassen, denn die Reise geht weiter in den Norden- hej Sverige!
Haverdal in Schweden
Die letzte Station und der eigentliche Grund der Reise ist erreicht: gemeinsame Zeit mit Freunden verbringen.

Dieses wunderschöne AirBnB ist perfekt dafür geeignet und bietet Platz für 10-12 Personen. Es liegt direkt am Meer und hat einen weitläufigen Garten mit einem Schuppen voller Spielgeräte für Kinder. Auch innen gibt es viele tolle Beschäftigungsmöglichkeiten.

Auch die Erwachsenen kommen voll auf ihre Kosten und können abends, wenn alle Kinder eingeschlafen sind, an der langen Tafel drinnen oder draußen mit Gesellschaftsspielen und Glühwein den Tag ausklingen lassen.

What to do
Die Bucht direkt vor der Unterkunft ist hervorragend zum Krebsfischen geeignet! Man muss dazu einfach mit einer Wäscheklammer eine Leckerei an eine Schnur binden, diese mit einem Stein beschweren und ins Wasser lassen- und ehe man sich versieht, hängen schon die Krebse an der „Angel“.

Allein der Weg dorthin ist schon ein schönes Highlight:

Fährt man etwas weiter die Küste entlang, kommt man nach einem circa halbstündigen Spaziergang an den Haverdal Strand. Die Hartgesonnenen unter uns springen dann wie selbstverständlich ins Meer, während sich die anderen am Strand mit Sandburgen beschäftigen oder maximal die Fußzehen ins eiskalte Wasser strecken.

Ein Ausflugsziel bei schlechterem Wetter ist das Ravinen Kulturhus. Hier wechseln sich mehrere Ausstellungen ab und es gibt einen Kreativbereich, in dem man sich anschließend selbst austoben kann. Außerdem befindet sich ein kleines Restaurant im Museum, sodass man hier länger verweilen kann.


Am Ende war es genau das, was einen Sommer unvergesslich macht: nicht nur die Orte, sondern die Menschen, mit denen man sie erlebt. Von der Nordsee über Kopenhagen bis zu unserem Haus am schwedischen Meer haben wir so viele kleine Momente gesammelt – Wind in den Haaren, langes Abendlicht, eine Sonnenfinsternis und viel zu viel gutes Essen.

Wenn ich jetzt, ein paar Monate später, durch die Bilder scrolle, merke ich erst, wie viel in diesen wenigen Wochen passiert ist: Salzwasser und Sand zwischen den Zehen, eine Stadt, die wir immer wieder gerne besuchen, und ein Haus am Meer, das für einige Zeit unser gemeinsames Zuhause wurde. Reisen mit Kind bedeutet zwar mehr Planung und mehr Gepäck – aber vor allem, die Welt mit ganz anderen Augen zu entdecken.

